Samstag, 2. Januar 2010

Achtung Elch!


Die meisten Touristen, die nach Norwegen kommen, möchten ja gerne auch mal einen Elch sehen. Mir ging es ja genauso bei meinem ersten Aufenthalt in Norwegen 1997, auch wenn ich damals kein Tourist war, sondern Praktikant.
Früh morgens um 5Uhr sind wir losgezogen, ein paar Tage, bevor ich wieder nach Deutschland fahren sollte.
Damit ich auch mal einen Elch gesehen hatte.
Das klappte dann auch tadellos, nach nur einer halben Stunde Rundfahrt mit dem Auto, bekamen wir eine Elchkuh mit ihrem Kalb auf einer Moorwiese im Morgendunst zu sehen.
Spannend und faszinierend.
Elche sind wirklich riesig.

Nachdem man dann erst einmal einen Elch zu Gesicht bekommen hat, ist der "Bann" gebrochen, und es laufen einem ständig Elche über den Weg.
Meistens dann, wenn man nicht damit rechnet.
Einmal, als ich gedankenverloren mit Binna spazierenging, stiessen wir auf einen Elch, der in einem kleine Teich stand und weidete.
Da sich dort normalerweise nur Enten und Bieber herumtrieben, erschreckten Binna und ich ganz schon, denn der Elch war auch sehr still und gedankenverloren, genau wie wir.
Als er uns erblickte, bekam er aber schon Angst und versuchte, aus dem Teich herauszuklettern.
Was nicht ganz einfach war, da die Kanten ziemlich glatt waren.
Daher brauchte er einige Zeit. Wir waren gerade mal 10m von ihm entfernt, und das war schon sehr beeindruckend.
Auch die meisten Norweger, die ja mit den Elchen aufgewachsen sind, finden es immer wieder faszinierend, diesen Tieren zu begegnen.
Was nicht so faszinierend ist, wenn einem Elche auf der Strasse begegnen.
Auch wenn die Achtung Elch!-Schilder immer wieder fotografiert werden, so haben sie wirklich eine Funktion.
Am Samstag konnte ich zum Glück noch bremsen, als nur ein kurzes Stück vor mir ein Elch die Strassse überquerte.
Ich blieb noch ein paar Sekunden stehen, genauso wie das Auto, dass mir entgegenkam. Und siehe da, nach einiger Zeit kam dann auch Elch Nr2 und trabte rasch über die Strasse.
Wir warteten dann noch etwas, und fuhren dann weiter.
Das war am Abend, und ziemlich dunkel, rechts und links war die Strasse von Kiefernwald umgeben, und keine Leitplanken am Strassenrand. Nicht dass sich Elche von Leitplanken aufhalten lassen.
Aber sie suchen sich schon die Stellen an den Strassen, an denen die Leitplanken unterbrochen sind.
Manchmal entscheiden nur einige Sekunden über Glück und Unglück in solchen Situationen.
Und sei es auch noch so spannend mit den Elchen in Norwegen:
die Warnschilder haben ihre Begründung.

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